Kaal
Story
Regie:Soham Shah
Produktion:Karan Johar, Shahrukh Khan
Songs:Salim Sulaiman
Darsteller:Vivek Oberoi, John Abraham, Ajay Devgan, Lara Dutta, Esha Deol,Vishal Malhotra, Kushaal Paunjabi, Shahrukh Khan (Gastauftritt)
STORY
Im nordindischen Corbett-Nationalpark sind zwei Touristen verschwunden. Ein Tiger soll sie gerissen haben. Seither haben Jäger in dem Park Hochkonjunktur, denn obwohl Jagen offiziell verboten ist, lässt sich der Parkleiter gerne schmieren, damit mutige Männer sich den "Man Eater"-Tiger vornehmen können. Zu diesem Typ Mann gehört auch Dev Malhotra (Vivek Oberoi) aus Delhi. Er reist mit seiner Freundin Ishika (Lara Dutta), dem schiesswütigen Sajid (Kushaal Paunjabi) und dem duckmäuserischen Vishal (Vishal Malhotra) im nagelneuen Luxusauto an. Doch auf halbem Weg bleibt der Wagen stehen und die Truppe lässt sich von einem Führer in den Park bringen. Dort stossen sie ausgerechnet auf den Unweltschützer Krish Thapar (John Abraham), der mit seiner Gattin Riya (Esha Deol) ein weiteres Abschlachten der geschützten Tiger verhindern will. Der zusammengewürfelte Haufen ist bald in Lebensgefahr, als sie ins Tiger-Land vorstossen. Doch Hilfe naht in Form von Kali Pratap Singh (Ajay Devgan). Der mysteriöse Dschungelbewohner bietet den Städtern an, sie aus dem Urwald zu lotsen.
Der erste Geisterfilm aus Bollywood! Mit Tanz und Gesang?! Nun, die Regie hat sich mit Musicaleinlagen zurückgehalten. Eigentlich schade, denn gerade das vor Kraft und Farben sprühende zehnminütige Dance-Intro zeigt sich als derart emotionsgeladene Granate, dass auch Nichtkenner erahnen, worauf Ruf und Erfolg der indischen Filmindustrie fußen. Bollywood ist heiß, Bollywood macht Spaß! Nun darf man natürlich nicht zu viel Horror von einem hinduistisch geprägten Land erwarten, KAAL repräsentiert hier einen zaghaften Anfang. Noch tut man sich schwer mit dem Bodycount in der als Geisterabenteuer angekündigten Story, bei dem Tiger eine besonders Furcht erregende Rolle spielen sollen. Auch wenn als warm-up erstmal eine überfahrene Katze und ein zerquetschter Hase für ordentlich Aufregung sorgen. Jedoch – nach der “Intermission” wird der perfekt schöne Cast, dessen lupenreine Outfits (Camouflage-BH und Ledermini inklusive) selbst nach tagelangem Herumirren im Dschungel tadellos sind, in geradezu splattriger Manier dezimiert… KAAL ist ein durch und durch witziges Erlebnis, das einen so manches Mal den Mund vor Staunen offen stehen lässt. Ist es das mit englischen Onelinern (“Cut the crap! Fuck you man!”) durchsetzte Hindi? Die vielen “Don’ts” des Horrorgenres, die hier konglomeriert werden? Die üppigen Naturaufnahmen oder das Kultur-bedingte Overacting (wie es aus westlicher Sicht erscheinen mag)? Jedenfalls macht dieser Film neugierig auf ein Land, das soeben auf dem Kreuzzug ist, sich die cineastischen Herzen aller Welt zu erobern. Gerne also mehr Bollywood-Horror für die Zukunft, vielleicht mit ein bisschen mehr Horror, aber auch ruhig mehr Gesang!
