Ram Gopal Varma
Ram Gopal Varma
Neben Mani Ratnam ist Ram Gopal Varma der vielleicht wichtigste Regisseur des indischen Gegenwartskinos, und wie jener kommt auch er nicht aus Bombay, sondern aus einer regionalen Filmindustrie. Der Telugu-Film, der Varmas Heimat ist, ist heute quantitativ Indiens stärkster Produzent. Telugu wird im Bundesstaat Andhra Pradesh von etwa 80 Millionen Menschen gesprochen.
Mit dem Film SHIVA wurde Varma in Andhra Pradesh bekannt. Mit seinem ersten Hindi-Film RANGEELA veränderte er Bollywood nachhaltig. Er führte eine neue moderne Ästhetik ein, brachte mit A. R. Rahman den wichtigsten neuen Komponisten mit und erzeugte als erster Mainstream-Regisseur ein differenziertes Bild der Weltmetropole Bombay. Mit zwei weiteren Hindi-Filmen, SATYA und COMPANY, schuf er auch Porträts der kriminellen Unterwelt in Bombay. Zuletzt war Varma vor allem als Produzent und Mentor verschiedener Projekte tätig - sowohl in seiner Heimat Andhra Pradesh, wo er erfolgreiche Regisseure wie Krishna Vamsi gefördert hat, wie auch in Bombay. Nach eigenen Angaben will er nun nicht mehr primär als Regisseur arbeiten, sondern in seiner Firma The Factory jährlich sieben, acht oder mehr Filme herausbringen.
Varma hat auch immer wieder versucht, Genres zu etablieren, wie zuletzt mit den Film BHOOT. Zwar gibt es in Indien seit den 40er-Jahren gelegentlich Horrorfilme, aber Varmas BHOOT hat eine richtiggehende Welle an ähnlichen Produktionen ausgelöst. Als Produzent hat er auch Filme herausgebracht, die irgendwo zwischen Kommerzkino und Art-Film angesiedelt sind, wie zuletzt Chandan Aroras MAIN MADHURI DIXIT BANNA CHAHTI HOON – ein durchwegs realistisches Portrait einer Tänzerin, die ein Filmstar werden will.